DIE GESCHICHTE

Nicht weit vor den Toren von Floren liegt das Städtchen Impruneta, dass schon seit der Antike berühmt für seine hochwertige Tonerde war. Die Etrusker und später die Römer benutzten diese Erde zur Herstellung von Tongefässen, in denen Wein Ol und andere Produkte bestens konserviert werden konnten. „Terra Turchina“ wurde diese Tonerde genannt, die besonders reich an wertvollen Mineralien wie Quarz und Eisen ist. Mit ihr wurde die „civiltà del cotto“(Kultur der Terracotta) in Impruneta gegründet. Im Mittelalter blühten die ersten Werkstätten auf und gaben damit den Anstoss zu einer Handwerkstradition, die sich bis in die heutige Zeit erhalten hat. Die seit Jahrhunderten überlieferten Herstellungstechniken unterscheiden sich in Handaufbau (Colombino) ,Eindruck in Gipsformen(Calco) , das Modellieren über einer Kernform (Guscio)und die industrielle Anfertigung. Der Erfolg der Manufakturware aus Impruneta findet seine Bestätigung im Gebrauch als Baumaterial in weltberühmten Bauwerken. Brunelleschi, der Architekt des florentiner Doms, benutzte die Ziegelsteine und Dachziegel aus Impruneta zum Bau der seit 500 Jahren bewunderten Domkuppel.

“DIE HERSTELLUNG”

“Erde - Wasser - Luft - Feuer”

Diese vier grundlegenden Elemente bilden die Arbeitsphasen zur Herstellung des berühmten „Cotto aus Impruneta“. Zunächst wird die hochwertige Erde fein gemahlen und danach mit Wasser geknetet (Impastatura). Danach wird der Ton modelliert. Dabei werden verschiedene Techniken angewandt: Der „ Calco“ ,der „Guscio“ , bishin zur grossen Technik des Aufbaus von Hand ,die jedem gefertigten Teil Unregelmässigkeiten verleiht und es damit zu einem Unikat macht. Im Gegensatz zu anderen Gegenden wird in Impruneta der Aufbau von Hand nicht auf der Drehscheibe vollzogen, sondern es wird nach der antiken Methode des „Colombino“ gearbeitet. Hier dreht der Töpfer um den Topf und baut spiralförmig das Gefäss mit aufeinandergesetzten Tonwürsten(„lucignoli“) auf.

colombino lisciatura orcio

Der fertige Topf ist dann bereit für eine delikate Trocknung. Das Wasser verdunstet langsam und die Dimension des Objekts vermindert sich um circa 10%. Die Dauer des Trocknungsvorgangs hängt von der Jahreszeit und vom Ambiente in dem sie vollzogen wird ab.

essiccazione essiccatura

Das Gefäss wird nun gebrannt. Der Brandvorgang erreicht eine Temperatur von 1000°C und dauert bei geschlossenem Ofen bis zur völligen Auskühlung. Nach Abschluss dieser Brandphase von circa 75 Stunden wird jedes Objekt nochmals in Wasser getaucht. Auf diese Weise wird eine lange Haltbarkeit und eine hohe Resistenz bei Frost und salzhaltiger Luft garantiert.

orci orcio neve